PRÄVENTION – INTERVENTION – BEGLEITUNG - AUFARBEITUNG
Die Problematik von sexualisierter Gewalt prägt an vielen Stellen das öffentliche Bild von Kirche.
Wir haben hier als Landeskirche in den zurückliegenden 12 Jahren einen Lernweg zurückgelegt. Einiges wurde erreicht, dennoch haben wir noch Vieles vor uns, um zu einem betroffenengerechten und -sensiblen Umgang mit sexualisierter Gewalt zu kommen.
Wir haben hier als Landeskirche in den zurückliegenden 12 Jahren einen Lernweg zurückgelegt. Einiges wurde erreicht, dennoch haben wir noch Vieles vor uns, um zu einem betroffenengerechten und -sensiblen Umgang mit sexualisierter Gewalt zu kommen.
Es ist besonders schmerzhaft, wenn Menschen innerhalb unserer Gemeinschaft anderen Menschen derart tiefgreifende Wunden zufügen, die oft ein Leben lang nicht heilen – und das in einem Umfeld, in dem sich – so unser Anspruch – alle sicher fühlen sollten.
HILFE BEI SEXUALISIERTER GEWALT
Wohin können sich Betroffene wenden?
So verschieden die Erfahrungen sind, die Betroffene von sexualisierter Gewalt gemacht haben, so unterschiedlich sind die Bedürfnisse nach Kontaktaufnahme. Dem tragen wir mit unterschiedlichen Kanälen der Kontaktmöglichkeiten Rechnung.
Vertrauenstelefon
Seit 2010 ist das Vertrauenstelefon etabliert, über das anonym Kontakt aufgenommen werden kann, von einem Erstkontakt bis hin zu längerer Begleitung.
Das Vertrauenstelefon wird von Dr. Wiebke Müller, Diplom‐Pädagogin und systemische Supervisorin (SG/DGfP) betreut. Wiebke Müller verfügt über langjährige Erfahrung in der Begleitung und Beratung von Menschen in Krisen. Sie ist vertraut, damit Menschen mit Traumaerfahrungen und -folgen einfühlsam und professionell zu beraten. Ausgebildet ist sie u.a. auch in der personenzentrierten Gesprächsführung und in feministischer Therapie und Beratung.
Dr. Wiebke Müller untersteht der Schweigepflicht und klärt mit den Anrufenden, welche weiteren Schritte eingeleitet werden können, wenn diese es wünschen.
Vertrauenstelefon der Landeskirche
Kostenlos und anonym
Telefonzeiten
Mittwoch von 12:00 bis 13:00 Uhr
Donnerstag von 17:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch von 12:00 bis 13:00 Uhr
Donnerstag von 17:00 bis 18:00 Uhr
Zentrale Anlaufstelle.help
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat eine unabhängige und zentrale Anlaufstelle eingerichtet, um es Betroffenen zu erleichtern, einen Ansprechpartner zu finden, insbesondere auch für diejenigen, die sich nicht in den Landeskirchen melden wollen, in denen ihnen dieses Leid zugefügt worden ist.
Das Unterstützungsangebot der Zentralen Anlaufstelle.help wird von der unabhängigen Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt des Vereins Pfiffigunde Heilbronn e.V. durchgeführt.
Zentrale Anlaufstelle.help
Kostenlos und anonym
Terminvereinbarung für telefonische Beratung
Montag von 16:30 bis 17:30 Uhr
Dienstag bis Donnerstag von 10:00 bis 12:00 Uhr
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch
Hilfe und Beratung für Betroffene, für Fachkräfte, für besorgte Menschen aus dem sozialen Umfeld, für Kinder und Jugendliche bietet auch das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch der Initiative N.I.N.A. e.V. Dahinter verbirgt sich ein Team aus psychologisch und pädagogisch ausgebildeten Fachkräften. Das Gespräch bleibt vertraulich. Der Anruf ist kostenfrei. Im Gespräch haben Sie Zeit und Ruhe, alle Fragen gemeinsam mit den Fachkräften zu sortieren und zu überlegen, was Sie tun können. Sie bekommen eine erste fachliche Einschätzung sowie konkrete Hinweise zum möglichen weiteren Vorgehen. Wenn Sie einverstanden sind, bekommen Sie passende Ansprechpartner*innen und Unterstützungsmöglichkeiten in Ihrer Nähe genannt.
Anders als die beiden ersten Angebote ist N.I.N.A. e.V ein Angebot das vollkommen außerhalb der Kirche steht und von der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) unterstützt wird.
Schriftliche Beratung
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch
Kostenlos und anonym
Telefonzeiten
Montag, Mittwoch und Freitag von 09:00 bis 14:00 Uhr
Dienstag und Donnerstag von 15:00 bis 20:00 Uhr
Telefonzeiten
Montag, Mittwoch und Freitag von 09:00 bis 14:00 Uhr
Dienstag und Donnerstag von 15:00 bis 20:00 Uhr
Ansprechstellen von Landeskirche und Diakonischem Werk
Eine weitere Kontaktmöglichkeit bietet die landeskirchliche Ansprechstelle im Evangelischen Oberkirchenrat und die Ansprechstelle im Diakonischen Werk. Personen, die nicht sicher sind, wie sie eine Situation einschätzen sollen, oder selbst betroffen sind und direkt mit der Organisation in Kontakt treten möchten, können sich an die neu etablierte Ansprechstellen wenden. Die Gespräche in den Ansprechstellen sind vertraulich, die Mitarbeitenden sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Die Ansprechstellen stehen daneben insbesondere Rechtsträgern zur Verfügung, die eine Beratung auch zu organisatorischen Fragen wünschen.
Ansprechstellen von Landeskirche und Diakonischem Werk
Kostenlos und anonym
„Sie finden bei uns offene Türen und Ohren. Bitte melden Sie sich! Egal ob es um aktuelle Vorkommnisse geht oder um zurückliegende Gewalterfahrungen.“ (Landesbischöfin Heike Springhart)
ALLE ACHTUNG SCHULUNGEN
Prävention
Ziel all unserer Arbeit ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor sexualisierter Gewalt zu bewahren. Hierfür ist es zentral, durch Schulungen ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden in Gemeinden, in Jugendwerken, im schulischen Kontext, in der Seelsorge, in der Bildungsarbeit und in anderen Arbeitsfeldern zu sensibilisieren.
Durch die Präventionsarbeit möchten wir:
- eine Haltung entwickeln auf dem Weg zu einer Kultur der Achtsamkeit,
- unseren Blick schärfen für einen grenzachtenden Umgang untereinander,
- die Aufmerksamkeit richten auf unseren Auftrag, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu schützen,
- dafür Sorge tragen, dass in unseren Arbeitszusammenhängen keine Gewalt passieren kann und mögliche Übergriffe fachlich korrekt und unmittelbar aufgedeckt und bearbeitet werden.
Inhalt und zeitlicher Umfang der Präventionsschulungen richten sich nach dem kirchlichen Arbeitsfeld. Im Rahmen der Schulung wird von den Mitarbeitenden eine Verpflichtungserklärung unterschrieben.
Schulungsteams
Um auch eine Vielzahl von Schulungen vor Ort anbieten zu können, werden in den Kirchenbezirken und in den Arbeitsbereichen Schulungsteams aus Multiplikator*innen (Gemeindediakon*innen, Jugendreferent*innen, Pfarrer*innen, Religionslehrer*innen und andere Berufsgruppen der Landeskirche) gebildet. Diese werden durch die Stabstelle ausgebildet und für die Aufgabe vorbereitet. Nach diesem Prinzip sollen alle Mitarbeitenden in den Gemeinden und in den verschiedenen Arbeitsfeldern mit Schulungen erreicht werden.
Inhalt der Schulungen
In den Alle Achtung Schulungen werden unter anderem folgende Themenbausteine behandelt:
- Definition sexualisierte Gewalt
- Rechte von Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen
- Kultur der Achtsamkeit und Grenzachtung: Eigene Grenzen und die der anderen wahrnehmen und achten
- Verhaltensstandards
- Sexualisierte Gewalt im digitalen Raum
- Täter*innenstrategien
- Beschwerdemanagement
- Handlungspläne bei Grenzverletzungen und Übergriffen
- Beratung und Unterstützung
- Verpflichtungserklärung

